Der Nordschwarzwald und der Landkreis Freudenstadt stehen seit jeher für Natur, Gastfreundschaft und eine starke mittelständische Struktur. Viele Familienbetriebe prägen seit Generationen das Bild unserer Region. Hotels, Gasthäuser, Cafés, Ausflugsdestinationen und ein dichtes Netz an Wander- und Radwegen sind Ausdruck davon, dass der Tourismus eine wichtige Lebensader der Region ist.
Die Politik ist deshalb dazu aufgerufen, die Betriebe des Tourismus- und Gastgewerbes zu unterstützen. Gerade wir als Tourismusland müssen ein Augenmerk auf dieser Branche haben. Baden-Württemberg verzeichnete 2024 rund 58,9 Millionen Übernachtungen und liegt bundesweit auf Platz zwei. Diese Dynamik zeigt, welche wirtschaftliche Kraft im Tourismus steckt. Für den Nordschwarzwald bedeutet das, die Wertschöpfung vor Ort zu stärken und unseren Betrieben langfristige Perspektiven zu eröffnen.
Wirtschaft und Wertschöpfung vor Ort
Im Kreis Freudenstadt arbeiten zahlreiche kleine und mittlere Betriebe eng zusammen. Wer in einem Hotel übernachtet, besucht Restaurants, kauft im Einzelhandel ein und nutzt Freizeitangebote. So entsteht eine starke regionale Wertschöpfungskette.
Aber auch Investitionen in Wander und Radwege, in Thermen, barrierefreie Angebote und attraktive Ortskerne stärken die wirtschaftliche Substanz der Region. Ebenso wichtig ist die Begleitung der Betriebe bei Investitionen in Energieeffizienz, bei der Einführung digitaler Buchungssysteme und bei der Weiterentwicklung moderner Konzepte in Küche und Service.
Förderprogramme für Modernisierung, Unterstützung bei Betriebsübernahmen und klare Rahmenbedingungen geben Sicherheit für unternehmerische Entscheidungen. Auch der Abbau übermäßiger Dokumentationspflichten gehört dazu. Betriebe sollen ihre Zeit und Energie vor allem in ihre Gäste und in die Qualität ihres Angebots investieren können.
Ein zentraler Hebel für mehr regionale Wertschöpfung ist die Aufenthaltsdauer. Wenn Gäste länger bleiben, profitieren Gastronomie, Handel und Freizeitangebote gleichermaßen. Eine durchschnittliche Aufenthaltsdauer von deutlich mehr als zweieinhalb Nächten sorgt für stabile Einnahmen und verlässliche Perspektiven in den Kommunen.
Unterstützung für Betriebe und Beschäftigte
Hinter jedem touristischen Betrieb stehen Menschen, die ihre Arbeit gerne machen und mit Herzblut dabei sind. Die vergangenen Jahre haben gezeigt, wie viel Engagement und Zusammenhalt in dieser Branche stecken. Während der Pandemie haben Betriebe und Beschäftigte mit großer Verantwortung gehandelt. Und das in einer Situation, in der zahlreiche Betriebe aufgeben mussten oder kurz vor der Aufgabe standen. Dieses Engagement verdient Anerkennung, besonders weil persönliche Schicksale unmittelbar damit verbunden sind.
Die Menschen im Gastgewerbe tragen wesentlich zur Attraktivität unserer Region bei. Ihre Arbeit sorgt dafür, dass sich Gäste willkommen fühlen und der Nordschwarzwald lebendig bleibt. Doch das Gastgewerbe bringt auch besondere Arbeitszeiten mit sich. Abende, Wochenenden und Ferienzeiten gehören selbstverständlich dazu. Genau deshalb braucht die Branche Rahmenbedingungen, die auf diese Realität abgestimmt sind. Flexible Betreuungsangebote, Kooperationen zwischen Betrieben, verlässliche Vertretungsstrukturen und regionale Netzwerke können dazu beitragen, Arbeitszeiten gut zu organisieren und Familien zu entlasten.
Unterstützung bedeutet auch, Betriebe bei der Personalplanung, bei Qualifizierung und bei modernen Arbeitszeitmodellen zu begleiten. Wenn Teams gut aufgestellt sind und Aufgaben klar verteilt werden, entsteht Verlässlichkeit im Alltag. So wachsen Perspektiven für Beschäftigte und Stabilität für die Betriebe.
Infrastruktur und gemeinsame Vermarktung
Eine gute Erreichbarkeit stärkt die gesamte Region. Verlässliche Bahn und Busverbindungen, abgestimmte Regiobuslinien und attraktive Gästekarten mit ÖPNV Nutzung erhöhen die Attraktivität des Nordschwarzwalds. Moderne Ladeinfrastruktur und digitale Besucherinformationen unterstützen Gäste bei der Planung und sorgen für eine ausgewogene Auslastung.
Die Positionierung als Nationalparkregion bietet eine besondere Chance. Der Nationalpark steht für Naturerlebnis, Qualität und Nachhaltigkeit. Eine gemeinsame Vermarktung von Freudenstadt, Baiersbronn und den umliegenden Gemeinden schafft ein klares Profil und macht den Nordschwarzwald über die Landesgrenzen hinaus sichtbar. Wenn Kommunen, Betriebe und Tourismusorganisationen eng zusammenarbeiten, entsteht ein stimmiges Bild, das Gäste überzeugt und bindet.
Unsere grünen Leitlinien
Ganzjahrestourismus weiterentwickeln, damit Wertschöpfung über alle Jahreszeiten hinweg gesichert wird.
Betriebe bei Investitionen und Betriebsweitergaben unterstützen, damit Arbeitsplätze in der Region erhalten bleiben und Perspektiven wachsen.
Gute Arbeit und Vereinbarkeit stärken, damit das Gastgewerbe für Fachkräfte und Familien attraktiv bleibt.
Infrastruktur und gemeinsame Vermarktung ausbauen, damit der Nordschwarzwald als Nationalparkregion sichtbar und gut erreichbar ist.
Weitere Informationen
Nachhaltiger Tourismus wirkt sich positiv aus – Pressemitteilung der Grünen Fraktion [Link]
Landtagskandidaten wollen Region noch besser vermarkten – Presseartikel des Schwarzwälder Boten vom 28.01.26
