Schon beim Eintreten wird klar: Dieses Haus lebt. Stimmen aus dem Café, kurze Gespräche im Flur, Menschen, die sich kennen, sich begrüßen, bleiben. Hier ist Raum für Begegnung – offen, herzlich und selbstverständlich.
Vergangenen Mittwoch habe ich gemeinsam mit der Landtagsabgeordneten Sarah Hagmann das Mehrgenerationenhaus Familien-Zentrum-Freudenstadt besucht. Gesine Junghanns und Sara Stolzenberg aus dem Vorstand sowie die neue Geschäftsführerin Katharina Kimmerle haben uns durch das Haus geführt und gezeigt, was hier Tag für Tag geleistet wird.
Seit über 30 Jahren ein fester Anlaufpunkt
Das Familienzentrum besteht seit mehr als 30 Jahren und ist längst viel mehr als ein Angebot für junge Familien. Es ist ein Treffpunkt für Menschen unterschiedlicher Generationen, Kulturen und Lebenssituationen. Neben Krippenplätzen und Eltern-Kind-Treffs gibt es niedrigschwellige Unterstützung im Alltag, Sprachkurse, die beim Ankommen helfen, und Angebote für Seniorinnen und Senioren, die Gemeinschaft schaffen und Einsamkeit vorbeugen.
Sarah Hagmann fasste ihren Eindruck beim Rundgang so zusammen: „In jedem Raum ist spürbar, wie viel Engagement, Erfahrung und Herzblut in dieser Arbeit steckt. Es ist beeindruckend, was hier vor Ort geleistet wird.“
Verlässliche Finanzierung entscheidend
Im Gespräch wurde auch deutlich, wie schwierig die Rahmenbedingungen oft sind. Viele Förderungen laufen nur befristet und müssen regelmäßig neu beantragt werden. Das kostet Zeit, bindet Kräfte und macht es schwer, langfristig zu planen. Gleichzeitig steigt der Unterstützungsbedarf bei Familien weiter.
Gesine Junghanns brachte das sehr klar auf den Punkt: „Diese Arbeit braucht Zeit, Vertrauen und Strukturen, die wirklich tragen. Projektförderung allein reicht dafür oft nicht aus.“
Ich nehme aus dem Besuch vor allem eines mit: Wenn wir wollen, dass solche Orte dauerhaft wirken können, dann brauchen sie mehr Planungssicherheit. Förderbedingungen müssen einfacher, verlässlicher und so gestaltet werden, dass die Menschen vor Ort ihre Energie in die Arbeit mit den Familien stecken können – und nicht in immer neue Anträge.
Genau hier sehen wir Grüne unseren politischen Auftrag: Familienzentren brauchen nicht nur Anerkennung, sondern verlässliche Strukturen. Was es dafür aus grüner Sicht braucht, haben wir am Ende dieses Beitrags zusammengefasst.
Das Potenzial des Ehrenamts
Im Gespräch wurde deutlich, was Hauptamtliche im Familienzentrum zu leisten haben. Sie müssen zwischen Beratung, Organisation und Betreuung jonglieren. Gleichzeitig gibt es viele Menschen, die sich ehrenamtlich einbringen möchten. Damit das gut funktioniert, braucht es Strukturen, die Ehrenamtliche begleiten, einbinden und unterstützen.
Das Familienzentrum möchte den Austausch mit lokalen Betrieben und der Kommunalpolitik künftig noch stärker suchen, um die Arbeit sichtbarer zu machen und neue Partnerschaften aufzubauen.
Der Besuch war für mich ein echter Austausch, nicht nur ein Termin. Das Familienzentrum Freudenstadt ist ein Ort der Wärme und der Offenheit. Solche Häuser stärken das Zusammenleben in Freudenstadt ganz konkret.
Wenn Sie Erfahrungen mit Angeboten für Familien, mit Förderpraxis oder mit ehrenamtlichem Engagement haben, freue ich mich über Ihre Nachricht.
Unsere grünen Leitlinien
Kinder- und Familienzentren stärken, damit Familien wohnortnah verlässliche Beratung, Bildung und Begegnung finden.
Verlässliche Finanzierung und einfache Antragsstellung, damit Planungssicherheit entsteht und Energie in die Arbeit vor Ort fließt.
Niedrigschwellige Angebote ausbauen, damit Unterstützung ohne Hürden erreichbar ist, unabhängig von Herkunft oder Lebenslage.
Fachkräfte und Ehrenamt besser unterstützen, damit Engagement langfristig möglich bleibt und Qualität gesichert wird.
Weitere Informationen
Presseartikel des Schwarzwälder Boten vom 27.01.26


